Bei Nacht im Dorf der Wächter rief:

"Elfe!"

Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief -

Wohl um die Elfe -

Und meint′, es rief′ ihm aus dem Tal

Bei seinem Namen die Nachtigall,

Oder Silpelit hätt′ ihm gerufen.

Reibt sich der Elf die Augen aus,

Begibt sich vor sein Schneckenhaus

Und ist als wie ein trunken Mann,

Sein Schläflein war nicht voll getan,

Und humpelt also tippe tapp

Durchs Haselholz ins Tal hinab,

Schlupft an der Mauer hin so dicht,

Da sitzt der Glühwurm, Licht an Licht.

"Was sind das helle Fensterlein?

Da drin wird eine Hochzeit sein:

Die Kleinen sitzen beim Mahle

Und treiben′s in dem Saale;

Da guck′ ich wohl ein wenig ′nein." -

Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!

Elfe, gelt, du hast genug?

Guckuck! Guckuck!


Das Gedicht "Elfenlied" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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