Wir Schwestern zwei, wir schoenen,
So gleich von Angesicht,
So gleicht kein Ei dem andern,
Kein Stern dem andern nicht.
Wir Schwestern zwei, wir schoenen,
Wir haben lichtbraune Haar,
Und flichtst du sie in _einen_ Zopf,
Man kennt sie nicht fuerwahr.
Wir Schwestern zwei, wir schoenen,
Wir tragen gleich Gewand,
Spazieren auf dem Wiesenplan
Und singen Hand in Hand.
Wir Schwestern zwei, wir schoenen,
Wir spinnen in die Wett,
Wir sitzen an _einer_ Kunkel,
Und schlafen in _einem_ Bett.
O Schwestern zwei, ihr schoenen,
Wie hat sich das Blaettchen gewendt!
Ihr liebet einerlei Liebchen -
Und jetzt hat das Liedel ein End.
Das Gedicht "Die Schwestern" stammt von Eduard Mörike (1804 - 1875).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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