Früh, wann die Hähne krähn,

Eh′ die Sternlein verschwinden,

Muß ich am Herde stehn,

Muß Feuer zünden.

 

Schön ist der Flammen Schein,

Es springen die Funken;

Ich schaue so drein,

In Leid versunken.

 

Plötzlich, da kommt es mir,

Treuloser Knabe,

Daß ich die Nacht von dir

Geträumet habe.

 

Träne auf Träne dann

Stürzet hernieder.

So kommt der Tag heran -

O ging′ er wieder!


Das Gedicht "Das verlassene Mägdelein" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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