Es gibt Begriffe, Dinge körperlos,

Urbilder jener Zwillingswesenheit,

Welcher der urzeitliche Schöpferschoß

Von Stoff und Geist Gestalt und Leben leiht.

Es gibt ein zwiefach Schweigen - Meer und Strand -

Seele und Leib. Das eine wohnt fernab

An einem Orte, den die ernste Hand

Gütiger Huldinnen mit Grün umgab.

Ein treu Gedenken waltet darum her

Und mildert seinen Ernst, nimmt ihm das Graun.

Es trägt den dunklen Namen: »Nimmermehr!«

Oh, furcht′ es nicht, du kannst dich ihm vertraun.

Doch wenn sein Schatten, der im Reich der Lethe

Als finstrer, namenloser Elfe weilt,

Dich unvermutet vor der Zeit ereilt -

Dann bete!


Das Gedicht "Schweigen" stammt von   (1809 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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