Ich sah dich unterm Myrtenkranz

Erröten tief und zag,

Da noch die Welt in eitel Glanz

Und Liebe vor dir lag.

 

Von allem Prunk und Flackerlicht

In deinem Brautgeleit

Sah mein geblendetes Gesicht

Nur deine Lieblichkeit.

 

Mag sein, daß jene scheue Glut

Nur flüchtig dich berührt,

Mir aber ward davon das Blut

Zur Flamme angeschürt.

 

Da ich dich unterm Myrtenkranz

Erröten sah so zag,

Obwohl die Welt in eitel Glanz

Und Liebe vor dir lag.


Das Gedicht "Lied" stammt von   (1809 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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