Geliebte! In dem Ungemach,

Das sich in meinen Pfad gedrängt,

(Ein rauher Pfad, steinicht und brach,

Von allen Seiten eingeengt), -

Kennt meine Seele einen Ort,

Dessen sie freudevoll gedenkt,

Ein unberührter Zauberhort

In einem weiten Meer versenkt.

 

Ja, dein geliebtes Bildnis ruht

In meiner Brust als süßer Trost,

Ein Eiland in bewegter Flut,

Von frostigem Gewog umtost,

Und doch so wundersam gefeit,

Daß mitten in dem Wellenfrost

Und Sturmesbrausen jederzeit

Die liebe Sonne mit ihm kost.


Das Gedicht "An F ... S." stammt von   (1809 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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