Wiedersehn, dich wiedersehn?

So bin ich versucht zu fragen,

Wenn an schwülen Nachmittagen

Böse Geister auferstehn;

 

Wenn Erinnerung mich stört,

Die von dir nicht abzulenken,

Zauberin! wenn all mein Denken,

All mein Wünschen dir gehört;

 

Bis des jungen Tages Kuß

Mich vergessen läßt die deinen,

Daß ich, statt um dich zu weinen,

Unsre Trennung segnen muß.

 

Ist das Schlimmste jetzt vorbei,

Ach, nur wenig atm′ ich freier!

Mit dem Gürtel, mit dem Schleier

Reißt nicht jeder Wahn entzwei.

 

Weiß nicht, wie dies alles kam,

Daß du so mich überwunden;

Doch es waren gute Stunden

Und ich bin dir nimmer gram.

 

Denn mich reut nicht, was geschehn;

Aber soll mir′s je gelingen,

Ganz von dir mich loszuringen,

Darf ich nie dich wiedersehn.


Das Gedicht "Wiedersehn, dich wiedersehn?" stammt von   (1822 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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