Im ersten matten Dämmer thront

Der blasse klare Morgenmond.

 

Der Friede zittert: Ungestüm

Reckt sich der Tag, das Ungetüm,

 

Und schüttelt sich und brüllt und beißt

Und zeigt uns so, was leben heißt.

 

Die Sonne hat den Lauf vollbracht,

Und Abendröte, Mitternacht.

 

Im ersten matten Dämmer thront

Der klare blasse Morgenmond.

 

Und langsam frißt und frißt die Zeit

Und frißt sich durch die Ewigkeit.


Das Gedicht "Für und für" stammt von (* 1844-06-03, † 1909-07-22).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte