Sind Träume lauter nichts / wie daß sie mich bewegen?

sind sie denn Freud und Lust / wie daß ich traurig bin?

sind sie voll Lieblichkeiten / wie daß mein toder Sinn

sich / O Marnie / zu deinen Füßen legen.

Ich sahe heint zur Nacht dich deiner Liebe pflegen.

Du warst es ja gewiß / O schöne Halb-Göttin.

Ein nacket Nymphen-Bild lief zu den Schwanen hin /

zu Schwanen / die im Thal stets ihre Lieder heben /

Und küßet eines Mund. Ich fühlte Süßigkeit.

Die Liebe stieß alsbald nach meinem krancken Hertzen.

Drauf ließ ich meinen Schlaff. Nichts blieb als tausend Schmertzen

die ich noch klagen muß bey später Abends-Zeit.

Sie sind nun was sie sind / so gläub in voller Sorgen /

im Traume-Nebel liegt die Wahrheit doch verborgen.


Das Gedicht "Über seine Träume" stammt von   (1623 - 1686).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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