Mir war, als ob uns eine helle Wolke,

die dicht und fest und lauter war, umhüllte,

klar wie ein sonnbestrahlter Diamant.

Und diese ewige Perle nahm in sich

uns auf, so wie das Wasser einen Lichtstrahl

hineinläßt, aber ungeteilt verweilt.

War ich als Körper dort, und ist es hier

nicht denkbar, daß zwei Körper sich vertragen

im selben Raum, und wäre dort doch nötig-

oh, wieviel heißer müßten wir dann wünschen,

die Wesenheit zu schaun, in der sich′s zeigt

wie unsere Natur mit Gott sich eint.


Das Gedicht "Mir war, als ob ich eine helle Wolke..." stammt von   (1264 - 1321).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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