Weint, Liebende, da Amor selber weint,
Und laßt den Grund mich seiner Trauer sagen:
Kupido hört viel Frauen jammernd klagend,
Aus deren Augen herber Kummer scheint,
Weil der hartherzige Tod als grauser Feind
Zerstört mit eines edlen Herzens Schlagen,
Was auf der Welt den höchsten Ruhm soll tragen
Bei edler Fraun, wenn sich′s der Ehre eint.
Hört, welche Ehre Amor ihr bezeugte:
Leibhaftig sah ich ihn, wie er sich beugte
Klagend zur holden schlummernden Gestalt,
Und immer wieder auf zum Himmel schaute,
Wo selig als verklärtet Geist nun wallt,
Die hier als Mädchen unser Herz erbaute.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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