Was denn? durch einen Ton die Gläser zu zerkerben,

Ist es wohl wert, daß man mit solchem Unterricht

Um ein zerbrechlich Glas den Kopf ihm so zerbricht?

Wie bald kann doch ein Glas, wie bald ein Schall ersterben?

 

Brecht nur die Hälse nicht! Glas und Papier verderben

Steht jedem frei. Sonst bricht man nur und bauet nicht.

Es steht zum fall und Bruch. Man bricht Wort, Eid und Pflicht.

Seht alles durch und durch, es sind zerbrochne Scherben.

 

Der große Häfner hat uns Hafen gleich gemacht.

Ist dieser, jener gleich zu feinern Tone bracht,

Und etwa durch den Glanz zu einen Glas erläutert,

 

Was hilft′s du bist doch, Glas, nur eitel Glanz und Staub,

Das auch die Luft zerschellt. Wir sind der Zeiten Raub,

Bis der Posaunen Schall das ganze Werk zerscheitert.


Das Gedicht "Auf das Zerbrechen eines Glases durch den Ton" stammt von   (1639 - 1691).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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