Nicht zürne, daß mein Herz so heißen Brand ausübet,

Weil deine Schönheit selbst der Flammen Zunder hegt,

Schuld und Entschuldigung in ihren Augen trägt;

Das Meer kann nicht dafür, daß sich der Himmel trübet,

 

Sich mit der Wolk′ umarmt, der Erde Dünste liebet.

Die Sonn′ ist′s, die das Salz in allen Dingen regt,

Der Klüfte Gluth beseelt, den Geist der Welt bewegt,

So Schnee als Eise Brand, den Steinen Leben giebet.

 

Soll meine Seele nun entseelter, als ein Stein,

Mein Herze frostiger, als Eiseszapfen sein?

Es brennt und ist von Lieb′, als schmelzend Erz zerronnen.

 

Denn Lieb′ ist ja die Gluth der Seelen; sie erfüllt

Mit Feuer unser Herz, das aus den Augen quillt.

Die sind der Liebe Brunn, der Seele lichte Sonnen.


Das Gedicht "Das Herz" stammt von   (1635 - 1683).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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