Nicht vom letzten Schlittengleise
bis zum neuen Flockentraum
zähl ich auf der Lebensreise
den erfüllten Jahresraum.
Nicht vom ersten frischen Singen,
das im Wald geboren ist,
bis die Zweige wieder klingen,
dauert mir die Jahresfrist.
Von der Kelter nicht zur Kelter
dreht sich mir des Jahres Schwung,
nein, in Flammen werd′ ich älter
und in Flammen wieder jung.
Von dem ersten Blitze heuer,
der aus dunkler Wolke sprang,
bis zu neuem Himmelsfeuer
rechn′ ich meinen Jahresgang.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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