Hoch an der Windung des Passes bewohn ich ein niedriges Berghaus -

Heut ist vorüber die Post, heut bin ich oben allein..

Lehnend am Fenster belausch ich die Stille des dämmernden Abends

Rings kein Laut! Nur der Specht hämmert im harzigen Tann!

Leicht aus dem Wald in den Wald hüpft über die Matte das Eichhorn,

Spielend auf offenem Plan; denn es ist Herr im Bezirk.

Jammer! Was hör ich? Ein schrilles Gesurre: "Gemordet ist Garfield!"

"Bismarck zürnt im Gezelt!" "Väterlich segnet der Papst!"

Schwirrt in der Luft ein Gerücht? Was gewahr ich? Ein schwärzliches Glöcklein!

Unter dem Fenstergesims bebt der elektrische Draht,

Der, wie die Schläge des Pulses beseelend den Körper der Menschheit,

Durch das entlegenste Tal trägt die Gebärde der Zeit.


Das Gedicht "Hohe Station" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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