Im Saale jubelt Hochzeit -

Die Arme vor dem Busen

Kreuzt Fredegund in Demut,

Des Königs listge Buhlin:

"Ich bin die Magd und leuchte

Dem Bräutchen auf die Kammer!"

Die Alabasterampel

Mit römischen Skulpturen

Die schwebend einst geschimmert

In stillem Grabesdunkel

Trägt Fredegund in Demut

Und hellt die Hochzeitskammer,

Sie setzt die Ampel nieder

Und geht und lächelt tückisch.

Die zarte Galaswinte

Blickt in die wehnde Flamme,

Die Flamme loht und flackert

Die Ampel springt in Scherben,

Die Fürstin weint im Dunkel:

"Die mich gebracht aus Spanien,

Dein Kind dem Frankenkönig,

Jetzt drehst du auf dem Rosse

Im Schein der Wanderfackel

Noch einmal dich und breitest

Nach mir die Arme, Mutter!"


Das Gedicht "Galaswinte" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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