Sehnsucht ist Qual!
Der Herrin wag ichs nicht zu sagen
Ich wills den dunkeln Eichen klagen
Im grünen Tal:
Sehnsucht ist Qual.
Mein Leib vergeht
Wie schmelzend Eis in bleichen Farben
Sie sieht mich dursten, lechzen, darben
Bleibt unerfleht -
Mein Leib vergeht.
Doch mag es sein
Dass sie an ihrer Macht sich weide!
Ergötzt sie grausam sich an meinem Leide,
So denkt sie mein -
Drum mag es sein.
Sehnsucht ist Qual!
Dem Kühnsten macht die Folter bange,
Ein Grab, darin ich nichts verlange,
Gib mir, o Tal!
Sehnsucht ist Qual.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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