Sehnsucht ist Qual!

Der Herrin wag ichs nicht zu sagen

Ich wills den dunkeln Eichen klagen

Im grünen Tal:

Sehnsucht ist Qual.

 

Mein Leib vergeht

Wie schmelzend Eis in bleichen Farben

Sie sieht mich dursten, lechzen, darben

Bleibt unerfleht -

Mein Leib vergeht.

 

Doch mag es sein

Dass sie an ihrer Macht sich weide!

Ergötzt sie grausam sich an meinem Leide,

So denkt sie mein -

Drum mag es sein.

 

Sehnsucht ist Qual!

Dem Kühnsten macht die Folter bange,

Ein Grab, darin ich nichts verlange,

Gib mir, o Tal!

Sehnsucht ist Qual.


Das Gedicht "Ein Lied Castelards" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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