Wie heilt sich ein verlassen Herz,

Der dunkeln Schwermut Beute?

Mit Becher-Rundgeläute?

Mit bitterm Spott? Mit frevlem Scherz?

Nein. Mit ein bisschen Freude!

 

Wie flicht sich ein zerrissner Kranz

Den jach der Sturm zerstreute?

Wie knüpft sich der erneute?

Mit welchem Endchen bunten Bands?

Mit nur ein bisschen Freude!

 

Wie sühnt sich die verjährte Schuld,

Die bitterlich bereute?

Mit einem strengen Heute?

Mit Büsserhast und Ungeduld?

Nein. Mit ein bisschen Freude!


Das Gedicht "Ein bisschen Freude" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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