Dein Bogen, grauer Zeit entstammt

Steht manch Jahrhundert ausser Amt;

Ein neuer Bau ragt über dir:

Dort fahren sie! Du feierst hier.

 

Die Strasse, die getragen du,

Deckt Wuchs und rote Blüte zu!

Ein Nebel netzt und tränkt dein Moos,

Er dampft aus dumpfem Reussgetos.

 

Mit einem luftgewobnen Kleid

Umschleiert dich Vergangenheit,

Und statt des Lebens geht der Traum

Auf deines Pfades engem Raum.

 

Das Carmen, das der Schüler sang,

Träumt noch im Felsenwiderklang,

Gewieher und Drommetenhall

Träumt und verdröhnt im Wogenschwall.

 

Du warst nach Rom der arge Weg,

Der Kaiser ritt auf deinem Steg,

Und Parricida, frevelblass

Ward hier vom Staub der Welle nass!

 

Du brachtest nordwärts manchen Brief,

Drin römische Verleumdung schlief,

Auf dir mit Söldnern beuteschwer

Schlich Pest und schwarzer Tod daher!

 

Vorbei! Vorüber ohne Spur!

Du fielest heim an die Natur,

Die dich umwildert, dich umgrünt,

Vom Tritt des Menschen dich entsühnt!


Das Gedicht "Die alte Brücke" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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