Es saß der Meister vom Stuhle

Gar frech im eignen Kot,

Wer wagt sich zu dem Pfuhle,

Es tun ihm Prügel not,

 

Wer schmeißt mich über und über,

Wer bläst das Licht mir aus,

Wer gibt mir Nasenstüber,

Wer schickt mich recht nach Haus.

 

Und kommt er einst zum Sterben,

So stirbt sein ganzes Reich,

Die Frösche all verderben,

Krepiert er in dem Teich.

 

Er saß einst an der Saale,

Nun sitzt er auf dem Sand,

Und hat bei seinem Mahle

Die Esel all zur Hand.

 

Da sitzt er, keiner frecher,

Und platzet fast vor Wut,

Und reicht den giftgen Becher

Sich selbst und seiner Brut.

 

Wir sehn ihn platzen, sinken

Und stinken in eigner Schmer,

Laßt ihn nur aus sich stinken,

Dann stinkt es nimmer mehr.


Das Gedicht "Es saß der Meister vom Stuhle" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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