Es leben die Soldaten,

So recht von Gottes Gnaden,

Der Himmel ist ihr Zelt,

Ihr Tisch das grüne Feld.

 

Ihr Bette ist der Rasen,

Trompeter müssen blasen,

Guten Morgen, gute Nacht,

Daß man mit Lust erwacht.

 

Ihr Wirtsschild ist die Sonne,

Ihr Freund die volle Tonne,

Ihr Schlafbuhl ist der Mond,

Der in der Sternschanz wohnt.

 

Die Sterne haben Stunden,

Die Sterne haben Runden

Und werden abgelöst,

Drum Schildwacht sei getrost.

 

Wir richten mit dem Schwerte,

Der Leib gehört der Erde,

Die Seel dem Himmelszelt,

Der Rock bleibt in der Welt.

 

Wer fällt, der bleibet liegen,

Wer steht, der kann noch siegen,

Wer übrig bleibt, hat Recht,

Und wer entflieht, ist schlecht.

 

Zum Hassen oder Lieben

Ist alle Welt getrieben,

Es bleibet keine Wahl,

Der Teufel ist neutral.

 

Bedienet uns ein Bauer,

So schmeckt der Wein fast sauer

Doch ist′s ein schöner Schatz

So kriegt sie einen Schmatz.


Das Gedicht "Es leben die Soldaten..." stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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