Ach! so fühlst du ihn denn auch

Diesen Glanz, so keusch und milde

Wie des Schöpfers Lebenshauch

Auf dem ersten Ebenbilde.

 

Also hob im ersten Tau,

Wie ein Kind im Heiligtume,

Auf des Paradieses Au

Still ihr Haupt die erste Blume.

 

Ach! dies ist kein irdscher Glanz,

Unerneuert, unverloren,

Ewig aus dem Lichte ganz

Vor der Sünde ausgeboren.

 

Dieses Weiß und dieses Rot

Ist noch nie gerichtet worden,

Keine Sünde und kein Tod

Kann je dieses Leben morden.

 

Nie erröten wird dies Weiß,

Dieses Rot wird nie erbleichen,

Denn in diesen Farbenkreis

Kann nicht Scham, nicht Schrecken reichen.

 

Aus dem Himmelgarten sind

Diese tiefen Blumenfarben,

Die zum Kranz das fromme Kind

Nahm aus reifer Ähren Garben.

 

Diese Anmut ist kein Schein,

Ist auch nicht der Glanz der Jugend;

Nichts vermag so schön zu sein,

Als der ewge Glanz der Tugend.

 


Das Gedicht "An + + +" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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