Ich meynte bey dem Trieb, den ich gar oft verspührt,
Und der durch Sehnsucht mir den regen Geist gerührt,
Mich noch auf den Olymp beglückt hinauf zu schwingen
Weil auch die Musen dort, als Frauenzimmer singen.
Jedoch mein Hoffen fehlt; ich kann im voraus sehn,
Daß, leider! selbiges unmöglich kann geschehn,
Der Pierinnen Schaar drängt mich von ihren Stufen,
So eifrig und bemüht ich ihr doch zu gerufen,
Aus Eifersucht und Furcht, es möchte nach und nach
Apollo, der sie liebt, zu nicht geringer Schmach,
Und ihrem größten Schmerz, dem fremden Gast daneben
Ein freundliches Gesicht, und holdes Blickchen geben.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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