Wir irren auf der See der Welt,
Weil eine Flut die andre schwellt,
Kein Vorgebirg erscheint zur Rechten noch zur Linken;
Wir sein der Wellen Gaukelspiel,
Süd, Ost, Nord, West gilt uns gleichviel,
Weil wir den Hafen nur erreichen, wenn wir sincken.
Gedichte
Christian Wernicke
Wir irren auf der See der Welt,
Weil eine Flut die andre schwellt,
Kein Vorgebirg erscheint zur Rechten noch zur Linken;
Wir sein der Wellen Gaukelspiel,
Süd, Ost, Nord, West gilt uns gleichviel,
Weil wir den Hafen nur erreichen, wenn wir sincken.
Das Gedicht "Schiffahrt des Lebens" stammt von Christian Wernicke (1660 - 1725).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.