Heut Allerseelentag, welch milde Lüfte,
Bei solchem Sonnenschein thun sich auf die Grüfte.
Gott, mutet an mich wie von fernen Zonen,
Der Falter hier in Farbe der Citronen!
An letzter Blume sich noch festzsaugen,
der andre dort im Kleid der Pfauenaugen.
Von welchen Küsten doch, von welchen Reichen,
Sie hergesegelt mit dem Wunderzeichen!
Welch milder Tagesschein! Welch silbrig Weben!–
Ja, so mags sein dereinst als Geist zu schweben!–
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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