Mein Herz ist leer,
ich liebe dich
nicht mehr.
Erfülle mich!
Ich rufe bitterlich
nach dir.
Im Traume zeig
dich mir
und neig
dich zu mir her!
Erfülle mich
mit dir
auf ewiglich!
Ich trag′s nicht mehr, -
ich liebe dich
zu sehr.
Gedichte
Christian Morgenstern
Mein Herz ist leer,
ich liebe dich
nicht mehr.
Erfülle mich!
Ich rufe bitterlich
nach dir.
Im Traume zeig
dich mir
und neig
dich zu mir her!
Erfülle mich
mit dir
auf ewiglich!
Ich trag′s nicht mehr, -
ich liebe dich
zu sehr.
Das Gedicht "Leere" stammt von Christian Morgenstern (1871 - 1914).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.