Ein Igel saß auf einem Stein

und blies auf einem Stachel sein.

Schalmeiala, schalmeialü!

Da kam sein Feinslieb Agel

und tat ihm schnigel schnagel

zu seinen Melodein.

Schnigula schnagula

schnaguleia lü!

Das Tier verblies sein Flötenhemd . . .

"Wie siehst du aus so furchtbar fremd!?"

Schalmeiala, schalmeialü -.

Feins-Agel ging zum Nachbar, ach!

Den Igel aber hat der Bach

zum Weiher fortgeschwemmt.

Wigula wagula

waguleia wü

tü tü . . .

 

(aus "Galgenlieder")


Das Gedicht "Igel und Agel" stammt von   (1871 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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