Eine groteske Ballade

 

Drei Hasen tanzen im Mondschein

im Wiesenwinkel am See:

Der eine ist ein Löwe,

der andre eine Möwe,

der dritte ist ein Reh.

 

Wer fragt, der ist gerichtet,

hier wird nicht kommentiert,

hier wird an sich gedichtet;

doch fühlst du dich verpflichtet,

erheb sie ins Geviert,

und füge dazu den Purzel

von einem Purzelbaum,

und zieh aus dem Ganzen die Wurzel

und träum den Extrakt als Traum.

 

Dann wirst du die Hasen sehen

im Wiesenwinkel am See,

wie sie auf silbernen Zehen

im Mond sich wunderlich drehen

als Löwe, Möwe und Reh.


Das Gedicht "Drei Hasen" stammt von   (1871 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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