Es lebt in Süditalien eine Weste

an einer Kirche dämmrigem Altar.

Versteht mich recht: Noch dient sie Gott aufs beste.

Doch wie in Adam schon Herr Haeckel war,

(zum Beispiel bloß), so steckt in diesem Reste

Brokat voll Silberblümlein wunderbar

schon heut der krause Übergang verborgen

vom Geist von gestern auf den Wanst von morgen.

 

(aus "Galgenlieder")


Der Text des Gedichts "Die Weste" stammt von (* 1871-05-06, † 1914-03-31).




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