Es war einmal ein Papagei,

der war beim Schöpfungsakt dabei

und lernte gleich am rechten Ort

des ersten Menschen erstes Wort.

 

Des Menschen erstes Wort war A

und hieß fast alles, was er sah,

z.B. Fisch, z.B. Brot,

z.B. Leben oder Tod.

 

Erst nach Jahrhunderten voll Schnee

erfand der Mensch zum A das B

und dann das L und dann das Q

und schließlich noch das Z dazu.

 

Gedachter Papagei indem

ward älter als Methusalem,

bewahrend treu in Brust und Schnabel

die erste menschliche Vokabel.

 

Zum Schlusse starb auch er am Zips.

Doch heut noch steht sein Bild in Gips,

geschmückt mit einem grünen A,

im Staatsschatz zu Ekbatana.


Das Gedicht "Der Papagei" stammt von   (1871 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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