Um ′stille Stübel schleicht des Monds

barbarisches Gefunkel -

im Gäßchen hoch im Norden wohnt′s,

das Weiblein mit der Kunkel.

 

Es spinnt und spinnt. Was spinnt es wohl?

Es spinnt und spintisieret . . .

Es trägt ein weißes Kamisol,

das seinen Körper zieret.

 

Um stille Stübel schleicht des Monds

barbarisches Gefunkel -

im Gäßchen hoch im Norden wohnt′s,

Das Weiblein mit der Kunkel.

 

(aus "Galgenlieder")


Der Text des Gedichts "Das Weiblein mit der Kunkel" stammt von (* 1871-05-06, † 1914-03-31).




Weitere gute Gedichte von Christian Morgenstern zum Lesen.



Zur Startseite: Gedichte