Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem
und sprach: "Ich heiße unbequem.
Als hieß′ ich etwa Drei-Vier
statt Sieben - Gott verzeih mir!"
Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt sich
von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.
(aus "Galgenlieder")
Gedichte
Christian Morgenstern
Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem
und sprach: "Ich heiße unbequem.
Als hieß′ ich etwa Drei-Vier
statt Sieben - Gott verzeih mir!"
Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt sich
von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.
(aus "Galgenlieder")
Das Gedicht "Das Problem" stammt von Christian Morgenstern (1871 - 1914).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.