Der Herbstwald raschelt um mich her.

Ein unabsehbar Blättermeer

Entperlt dem Netz der Zweige.

Du aber, dessen schweres Herz

Mitklagen will den großen Schmerz:

Sei stark, sei stark und schweige!

 

Du lerne lächeln, wenn das Laub

Dem leichteren Wind ein leichter Raub

Hinabschwankt und verschwindet.

Du weißt, dass just Vergänglichkeit

Das Schwert, womit der Geist der Zeit

Sich selber überwindet.


Das Gedicht "Blätterfall" stammt von   (1871 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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