Ein Glockenton fliegt durch die Nacht,

als hätt′ er Vogelflügel,

er fliegt in römischer Kirchentracht

wohl über Tal und Hügel.

 

Er sucht die Glockontönin BIM,

die ihm vorausgeflogen;

d. h. die Sache ist sehr schlimm,

sie hat ihn nämlich betrogen.

 

"O komm" so ruft er, "komm, dein BAM

erwartet dich voll Schmerzen.

Komm wieder, BIM, geliebtes Lamm,

dein BAM liebt dich von Herzen!"

 

Doch BIM, daß ihr′s nur alle wißt,

hat sich dem BUM ergeben;

der ist zwar auch ein guter Christ,

allein das ist es eben.

 

Der BAM fliegt weiter durch die Nacht

wohl über Wald und Lichtung.

Doch, ach, er fliegt umsonst! Das macht,

er fliegt in falscher Richtung.

 

(aus "Galgenlieder")


Das Gedicht "Bim, Bam, Bum " stammt von   (1871 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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