Ist dieses schnee? Nein/ nein/ schnee kan nicht flammen führen.

Ist dieses helffenbein? bein weiß nicht weis zu seyn.

Ist hier ein glatter schwan? mehr als der schwanen schein/

Ist weiche woll allhier? Wie kan sich wolle rühren?

Ist alabaster hie? er wächst nicht bey saphiren/

Ist hier ein liljen-feld? der acker ist zu rein.

Was bist du endlich doch? weil schnee und helffenbein/

Weil alabaster/ schwan/ und liljen sich verlieren.

Du schaust nun/ Lesbie/ wie mein geringer mund

Vor deine schultern weiß kein rechtes wort zu finden/

Doch daß ich nicht zu sehr darf häufen meine sünden/

So macht ein kurtzer reim dir mein gemüthe kund:

Muß Atlas und sein hals sich vor dem himmel biegen/

So müssen götter nur auf deinen schultern liegen.


Das Gedicht "Auf ihre Schultern" stammt von (* 1616-12-25, † 1679-04-18).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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