Ein junger Mensch, der viel studierte,

Und, wie die Eltern ganz wohl sahn,

Was Großes schon im Schilde führte,

Sprach einen Greis um solche Schriften an,

Die stark und sinnreich denken lehrten,

Mit einem Wort, die zum Geschmack gehörten.

Der Alte ward von Herzen froh

Und lobt′ ihm den Homer, den Plato, Cicero

Und hundert mehr aus alt und neuer Zeit,

Die mit den heil′gen Lorbeerkränzen

Der Dichtkunst und Wohlredenheit,

Umleuchtet von der Ewigkeit,

Den Jünglingen entgegenglänzen.

"O!" hub der junge Mensch mit stolzem Lächeln an:

"Ich habe sie fast alle durchgelesen;

Allein -" "Nun gut", sprach der gelehrte Mann,

"Sind sie nach Seinem Sinn gewesen:

So muß Er sie noch zweimal lesen;

Doch sind sie Ihm nicht gut genug gewesen:

So sag′ Er′s ja den Klugen nicht;

Denn sonst erraten sie, woran es Ihm gebricht,

Und heißen Ihn die Zeitung lesen."


Das Gedicht "Der junge Gelehrte" stammt von   (1715 - 1769).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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