Es wolte die Glückseeligkeit

Sich mit den Menschen einst verbinden/

Doch solte die Vollkommenheit

Sich in derselben Tugend finden.

Sie sah auf Anthon Ulrichs Hauß/

Und sprach: diß hat mein Hertz erkohren/

Charlotta wurde gleich daraus

Die trefflichste der Welt gebohren.

 

Die Fürstin war der Tugend Pracht/

Der Anmuth ihr vollkommnes Wesen.

Ein Printz/ den Gott der Russen Macht

Zum Herrscher einsten auserlesen/

Kam als ein theurer Fürst der Zeit/

Dem nichts an hoher Tugend fehlet/

Mit dem hat die Glückseeligkeit

Durch die Printzeßin sich vermählet.

 

Da Rußland nun den Tag erblickt/

Der ihm die Fürstin hat gegeben/

Ist alles von der Lust entzückt/

Und bittet Gott um langes Leben.

Der Himmel spricht: es soll geschehn:

Sie wird diß Reich mit Erben bauen/

Ihr aber solt sie lange sehn/

Und Euch dadurch Glückselig schauen.


Das Gedicht "Als Ihro Hoheit die Czaarische Printzessin ihren Geburts-Tag celebrirte" stammt von   (1680 - 1721).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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