Die Sonne ward vom schwarzen Flor umhüllt.

O meines Lebens Mond verlösch die Strahlen;

Umwölk′ dich, schlummre ein, verstumm′ in Qualen

Und sink ins Leere tief und leider füllt:

 

So lieb′ ich dich. Doch bist du heut gewillt,

Ein neuer Stern aus Schatten, neblig fahlen,

Mit deinem Glanz vor Toren hell zu prahlen,

So funkle Dolch, dein Sehnen sei gestillt!

 

Entflamme deinen Blick an tausend Kerzen!

Entflamme Gier in tausend rohen Herzen!

Wild oder matt, nur Lust kann dir entblühn;

 

Sei, was du willst, sei Nacht, sei rosiges Glühn;

All meine Fibern fühl ich nach dir beben:

Mein König Belzebub dein ist mein Leben!


Das Gedicht "Der Besessene" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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