Krankheit und Tod verlöschten längst die Funken

Des Feuers, das uns lohend einst umfing,

Der Augen Leuchten sanft und liebestrunken

Und jenen Mund, an dem mein Herz verging.

 

Was blieb von unsrer Küsse mächtigen Schauern,

von der Verzückung Rausch so stark und wild?

Ach meine arme Seele, du magst trauern!

Nichts blieb zurück, als ein verwischtes Bild,

 

Das stirbt wie ich, in Einsamkeit verborgen,

Und das die Zeit, der Greis voll böser Gunst,

Mit rauher Schillinge streift an jedem Morgen ...

 

Du düstrer Feind des Lebens und der Kunst,

Du sollst mir niemals im Gedächtnis morden

Sie, die mein Glück war, die mein Ruhm geworden!


Das Gedicht "Das Bild" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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