Lag ich als Kind

Schlaflos, ängstlich,

Sang die Mutter

Mit sanfter Stimme,

Bis der Schlummer

Die träumenden Augen

Leise mir schloss.-

 

Längst verklangen

Die Wiegenlieder;

Wuchs der Mutter

Über den Kopf...

Wer singt heut′ mir

Tröstliche Lieder?

 

Das bist du,

Hehre Stimme

Im Gebrause

Des Frühlingssturmes

Und im Flüstern

Fallenden Regens.

 

Lauschen will ich und liegen

Wie ein Wiegekind;

Singe, treue Mutter,

Schläf′re dein banges Kind!


Das Gedicht "Stimme der Mutter" stammt von   (1860 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte