Bei düstern Heidekiefern

Stehn spärlich magre Ähren,

Sie saugen an dürrem Sande,

Verzweifelnd, sich zu nähren.

 

Da kauert ein lehmig Häuschen

Mit Düngerhaufen und Karren.

Kläglich meckert die Ziege,

Und struppige Hühnchen scharren.

 

Aus der Türe humpelt ein krummer

Kleinbauer, empor zu spähen

Zur bleiern schleichenden Wolke,

Zu hungrig krächzenden Krähen.

 

Nur karge Mitleidszähren

Vermag die Wolke zu schenken;

Dann schleicht sie trübe weiter,

Ohne Kraft, zu tränken.

 

Selber arm und traurig,

Folg ich der weinenden Wolke

Und denk an arme Leute

Und leide mit meinem Volke.


Das Gedicht "Arme Leute" stammt von   (1860 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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