Unsel′ger du! der Dichter sich genannt,
Ohn′ daß die heil′ge Flamme ihn durchdrungen!
Für einen Traum, der trugvoll dich bezwungen
Hast du dich von der Wirklichkeit gewandt!
Das Irrlicht, dem du hoffend nachgerannt,
Zum Abgrund führte es, der dich verschlungen!
Umsonst hast du gelebt, umsonst gesungen!
Vom Loos des Dichters nur den Schmerz gekannt.
Sieh! jenen Kranz nach dem du Jahr′ um Jahre
So heiß gekämpft auf dornenvoller Bahn,
Das Mitleid legt ihn jetzt auf deine Bahre!
Fern sei′s von mir, daß ich die Spende rüge!
Doch, wie dein Streben nur ein eitler Wahn,
So folgt dir nun in′s Grab auch eine Lüge.
Das Gedicht "An einem Sarge" stammt von Betty Paoli (1814 - 1894).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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