Wenn du vom nächt′gen Schlaf erwacht,

Wird dir die Frage frommen:

Welch sprungbereiten Unglücks Macht

Kann über mich heut kommen? –

Um, wenn es wirklich dich beschlich,

Nicht kraftlos zu verzagen,

Sieh′ früh dich vor und rüste dich,

Das Aergste zu ertragen.

 

Dann aber geh′ mit festem Sinn

Auch an die zweite Frage:

Was wird an heiter′m Lustgewinn

Mir wohl am heut′gen Tage? –

So übe dich in tiefer Brust,

Bei allem Schicksalstreiben,

Beim Wechselspiel von Schmerz und Lust

Dir stets getreu zu bleiben.


Das Gedicht "Am Morgen" stammt von   (1814 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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