Ich finde zwar sehr viel/ die schön und artig seyn;

Dann eine rühret uns durch ihrer augen schein/

Die andre lacht und prangt mit lippen von corallen/

An vielen pflegen uns die haare zu gefallen/

Die hat ein kleines kinn/ und eine steiffe brust/

Die macht durch ihren gang uns zu der liebe lust/

Die führt/ ich weiß nicht was für anmuth in den lenden/

Und andre fesseln uns mit ihren marmel-händen;

Du aber/ Sylvia/ hast alles diß allein:

Dann iedes glied an dir kan eine kette seyn.

Wie soll mich ärmsten dann nicht deine pracht entzünden/

Die/ wann man sie zertheilt/ kan ihrer sieben binden?


Das Gedicht "Uber die gestalt der Sylvia" stammt von   (1665 - 1729).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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