Du bist ein plumper kerl/ recht närrisch und verwegen/
Die klugheit mangelt dir/ die sinnen sind verkehrt.
Du weist sonst anders nichts als klagen zu erregen/
Und bist der prelle mehr als meiner augen werth.
Diß waren ohngefehr unlängsten meine namen/
Die/ Phillis/ mit verdruß aus deinem munde kamen.
Die gantze that/ warum der eyffer dich belieff/
War/ daß dir meine hand nach deinen brüsten grieff.
Ach dieses ist zu viel für eine handvoll sünde.
Nun seh ich/ daß ich mich nicht so wie du befinde/
Du zürnst/ daß ich die hand nach deiner brust geführt/
Ich schweige/ da du doch mein hertze selbst gerührt.
Das Gedicht "Madrigal aus dem frantzösischen übersetzet" stammt von Benjamin Neukirch (1665 - 1729).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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