Ihr rosen Indiens/ weicht meiner liebsten munde/

Ihr balsam-blumen rühmt mir euren honig nicht/

Eur glantz und eur geschmack vergeht in einer stunde/

Ihr mund wird aber stets von neuem angericht.

Ie mehr ich rosen schau/ ie schönre seh ich blühen;

Ie mehr ich ihn geküst/ ie süsser schmeckt der safft/

Sein purpur kan mein blut zwar aus den adern ziehen;

Ich aber geb ihm nur durch meine geister krafft:

Ach daß er Sylvia doch eher nicht verdürbe/

Als biß ich küssens satt auff seinen lippen stürbe!


Das Gedicht "Auff ihren mund" stammt von   (1665 - 1729).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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