So offt ich euch beschau/ ihr angenehmen hände/

So offtmahls fühl ich auch im hertzen neue brände/

Und saug/ ich weiß nicht was für süsse funcken ein.

Wie geht es aber zu? Ihr seyd von elffen-beine/

Die finger gleichen schnee und reinem marmel-steine/

Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn.

Jedoch was frag ich erst? Ich hab es ja empfunden/

Das feuer brennet noch in meinen tieffen wunden;

Wiewohl ich klag allhier euch meine wunden nicht.

Ihr habet recht gethan/ ich will es also haben/

Eur schnee/ der mich entzündt/ kan mich auch wieder laben/

Und giebt mir, sterb ich schon/ auch noch im tode licht.

Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen;

Dann kan sich manche gleich an ihrer brust vergnügen/

Hat Doris ihr gesicht mit kreid und kalck gebleicht/

Und Phillis einen mund/ den Venus selbst gepriesen/

So bin und bleib ich doch im hertzen überwiesen/

Daß keine Sylvien an ihren händen gleicht.


Das Gedicht "Auff ihre hände" stammt von   (1665 - 1729).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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