An den Hn. Land-Rath von Wulffen/ über die glückliche vermählung mit dem ältesten Fräulein von Danckelmann
Was vor in Griechenland am Paris ist geschehn/
Das können wir nunmehr bey deiner heyrath schauen;
Dann Juno heisset dich nach reichen Nymphen sehn/
Und Venus locket dir mit hundert schönen frauen.
Die Pallas aber trägt dir eine tochter an/
Die sie durch ihren sohn/ von Danckelmann/ gebohren.
Was thust du werthester? du fliehst der ersten wahn/
Und hast die dritte dir zur liebsten außerkohren.
Ach hätte Paris so/ wie du anitzt/ gedacht/
So wäre Troja nicht in feur und blut vergangen!
Dann dein exempel lehrt/ daß/ wer nach tugend tracht/
Auch stand und schönheit kan mit seiner braut erlangen.
Das Gedicht "An den Hn. Land-Rath von Wulffen..." stammt von Benjamin Neukirch (1665 - 1729).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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