Ich höre die Vögel; ich sehe die Wälder;
Ich fühle das Spielen der kühlenden Luft;
Ich rieche der Blüte balsamischen Duft;
Ich schmecke die Früchte. Die fruchtbaren Felder;
Die glänzenden Wiesen; das funkelnde Nass
Der tauigten Tropfen; das wallende Gras
Voll lieblicher Blumen; das sanfte Gezische
Der mancherlei lieblich beblätterten Büsche;

Das murmelnde Rauschen der rieselnden Flut;
Der zitternde Schimmer der silbernen Fläche
Durch grünende Felder sich schlängelnder Bäche;
Der flammenden Sonne belebende Glut,
Die alles verherrlichet, wärmet und schmücket:

Dies alles ergötzet, erquicket, entzücket
Ein Auge, das Gott in Geschöpfen ersieht,
Ein Ohr, das den Schöpfer verstehet und höret,
Ein Herze, das Gott in den Wundern verehret,
Kein viehisch, nur einzig ein Menschlich, Gemüt.


Das Gedicht "Anmutige Frühlings-Vorwürfe" stammt von   (1680 - 1747).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte