Möchte das Vöglein so gerne sich schwingen
Auf zu des Aethers sonnigem Blau,
Ließe so gern seine Lieder erklingen
Über der blühenden, duftenden Au.
Armer Gefang′ner, du hebest die Flügel,
Wie mir die Sehnsucht die Schwingen erhebt,
Möchten wohl Beid′ über Thäler und Hügel,
Frei, wie die Wolke am Himmel entschwebt.
Aber vergebens das heiße Verlangen -
Sind doch gezwungen zur peinlichen Ruh,
Beide, mein Vögelchen, sind wir gefangen,
Größeren Kerker nur hab′ ich als du.
Das Gedicht "Vogel im Käfig" stammt von Auguste Kurs (1815 - 1892).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte